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2. Newsletter 2017

2. Newsletter 2017

Lieber Unterstützer und Mitglieder der Hundehilfe Russland,

es tut sich viel, daher wieder viele neue Infos für Euch:

2. Tierschutz Reise: Wir starten nach Kazan

Wie letztes Jahr fahren wir auch dieses Jahr wieder nach Russland. Wir werden dort viele Hunde auf den Pflegestellen besuchen und die Fellnasen jeweils in einem Video vorstellen. Die Videos werden dann sobald wir zurück sind, gepostet und wir hoffen, dass so jede Fellnase endlich ihr verdientes zu Hause bekommt.

Dann ist bereits eine große Informationsveranstaltung in Kazan organisiert, wo wir der Bevölkerung unsere Arbeit vorstellen und weitere Unterstützer für unser Tierheimprojekt gewinnen wollen.

Letztes Jahr konnten wir dafür die weichen stellen, ein großes Areal am Stadtrand von Kazan ist gekauft, mittlerweile wurde es an die wasser- und Stromversorgung angeschlossen und nun beginnen wir mit dem Aufbau, damit die ersten Tiere vor dem Winter einziehen können.

 

Wie viel wir bewegen können, zeigt es sehr eindrucksvoll die Geschichte von unserem Glücksfell Sigmund:

Aktuelles Glücksfell

Sigmund aus Kazan – eine Erfolgsgeschichte:

Sigmund haben wir letztes Jahr als ganz jungen Welpen in Kazan gesehen. Er ist offenbar zusammengeschlagen worden und wurde zum Sterben im Müll entsorgt. Glücklicherweise hatte das jemand gesehen und unseren Tierschützern informiert. Sigmund hat ein schweres Schädel-Hirn Trauma davon getragen, konnte nicht sehen und nicht laufen, aber sein Lebenswille und sein Optimismus waren ungebrochen. Nach einem längeren Klinikaufenthalt hat ein junger Tierarzt, der uns in Kazan unterstützt, ihn mit nach Hause genommen, bis er im Winter langsam das Laufen wieder erlernt hat.

Gleichzeitig konnten wir eine tolle Familie für ihn finden und ihn vermitteln.

http://hundehilfe-russland.de/produkt/sigmund/

Hier ein Video aus seinem neuen zu Hause:

https://youtu.be/kkIxQ0a1_mU

 

Leider gibt es aber auch andere Hunde, die schon lange auf ihr Glück warten. Dazu zählt Jutta:

Aktuelle Notfelle

Jutta aus Kazan

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Mischling, weiblich, geboren ca Anfang 2015, 30 kg schwer, geimpft, kastriert, gesund

Charakter: sehr kinderlieb, gut hundeverträglich, aber Futterneid

Jutta lebt, wie viele Hunde auf einer russischen Pflegestelle, an der Kette. Es ist allemal ein besseres Leben, als auf der Straße zu hungern, in ständiger Gefahr vor Tierquälern und Tötungsversuchen der Stadtbewohner. Aber von einem schönen Hundeleben ist es dennoch weit entfernt. Wir wünschen uns für die Maus endlich das schöne Leben, das sie nach all den Entbehrungen verdient.

Jutta wurde im Winter im Garten mit 8 neugeborenen Welpen gefunden. Die Hündin sah schrecklich aus, war fast verhungert und abgemagert, hatte kahle Stellen auf der Haut und war verängstigt. Die Hündin brauchte dringend Hilfe, es war überhaupt erstaunlich, wie sie mit allen ihren Welpen überleben konnte.

Als erstes, was man in der gefundenen Pflegestelle gemacht hatte, war Jutta´s Kastration. Doch die Operation war nicht einfach und die Hündin erholte sich nur schwer davon, da der Körper sehr geschwächt war.

Gerade die erste Zeit war Jutta ängstlich und unsicher und hatte Angst vor jedem Menschen, der sich ihr näherte. Sicherlich hatte sie schon Begegnungen mit den Menschen, die ihr sehr wehgetan haben sollten.

Aber gleichzeitig ließ sie sich geduldig medizinisch behandeln und wedelte sogar mit der Rute, als sie die Ärzte zum wiederholten Mal sah.

Heute ist Jutta eine lustige und zärtliche Hündin, sehr geduldig und unaufdringlich. Sie empfängt die ihr bekannten Menschen freudig an der Tür und schmust mit ihnen was das Zeug hält.

Unbekannten Menschen gegenüber ist sie nach wie vor reserviert und misstrauisch, jedoch ohne Aggression: sie kommt einem einfach nicht nah und beobachtet den Fremden lieber von der Seite. Sie braucht Zeit, um warm zu werden, aber, wenn sie einen ins Herz geschlossen hat, dann ist das für immer!

Jutta freut sich sehr, wenn sie auf ihrer Pflegestelle Besuch von Kindern bekommt. Sie ist ihnen gegenüber sehr wohlgesinnt und sie genießt ihre Anwesenheit. Schön wäre für sie eine Familie mit etwas Hundeerfahrung.

Jutta kann gut alleine bleiben.

In der Pflegestelle mit Jutta zusammen leben auch andere Hunde und Katzen, mit denen sie gut befreundet ist.

Nachbarkatzen, die ab und zu das Grundstück der Pflegestelle besuchen, werden von Jutta gejagt, denn, nach ihrer festen Überzeugung, haben sie auf dem Grundstück nichts zu suchen. Die Katzen, die aber zusammen mit ihr im Haus wohnen, werden akzeptiert und geliebt.

http://hundehilfe-russland.de/produkt/jutta/

 

Wir unterstützen, wie ihr natürlich alle wisst, nicht nur Kazan. Leider werden wir zwar Alexey nicht besuchen können, hier aber ein Bericht aus seinem privaten Tierheim:

Wladikawkas – Alexeys Tierheim

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Paul und Christina aus Berlin haben sich mit ihrem Campingbus auf eine abenteuerliche Reise durch Osteuropa und Asien begeben. In Georgien haben sie auf ihrer Strecke einen Welpen gefunden. Da sie ihn ohne die notwendigen Impfungen und Papiere nicht mitnehmen können, hat Alexey die kleine Nunu erst einmal aufgenommen. Sie wird mit unserem nächsten Transport – ausgestattet mit allen Impfungen und Papieren – nach Deutschland kommen und bis zur Rückkehr der Weltenbummler bei deren Familie leben.

Ihre Eindrücke von Alexeys Tierheim hat Paul in seinem Blog beschrieben.

„Während draußen in der Dunkelheit russische Hunde um unseren Bus schleichen und wir es uns drinnen mit einem Bier gemütlich machen, sehen wir uns gegenseitig die Erschöpfung der ersten Tage in Russland an.

Immer noch emotional betroffen von den Geschichten, die uns Alexey aus Vladikavkas erzählt hat und von dem Zusammentreffen mit den unzähligen liebesbedürftigen Hunden, wollen nun auch wir unseren Beitrag zur Nächstenliebe leisten.

Aleksey opfert alles, seine Freizeit, sein Geld und sein Leben der Pflege von Straßenhunden.

Man sieht ihm die Zeichen der Zeit an. Er ist ein Mann mit einer bewegten Vergangenheit, in einem Land, das ebenfalls viele Umbrüche erleben musste.

Das Grundstück ist nur über ein privates Industriegelände erreichbar. Wir kletterten über eine hohe Mauer und durchquerten eine matschige Gasse, bis wir ein Bellen hörten, das schnell zu einem Hundechor anwuchs.

Uns kommen verschiedenste Hunderassen entgegen, meist Mischlinge. Alle Hunde waren interessiert und suchten unsere Nähe. Wir liefen durch einen großen Garten. Er ist sauber und gepflegt. Es fühlte sich ein bisschen an, wie in einer Hippie-Kommune – nur eben für Hunde. Einige Hunde leben in geräumigen Käfigen, andere laufen frei herum. Jeder russische Hund hat einen Namen und jeder hat seine eigene traurige Geschichte.

Aleksey erzählt mir von Kira und dem kleinen Karl, wie er die Beiden in einer Mülltonne gefunden hat und sie mit zu sich nahm. Er erzählt, wie die Stadt versucht ihn von dem Grundstück zu vertreiben und er erzählt, wie ihn hier alle für verrückt halten wegen der Hunde.

Er hat nur Marina, die nach ihrer 9-Stunden-Schicht zum Helfen in das Tierheim kommt. Seine Familie hat sich von ihm abgewandt und seine Freunde begreifen seine Tierliebe nicht.

Wir sind in Russland.

Trotzdem opfert er sich seit 20 Jahren für diese Hunde auf.

In dem Tierheim sind um die 70 Hunde untergebracht, wenn er Glück hat, dann vermittelt er um die drei Hunde im Monat, es gibt jedoch auch Monate, in denen leider kein Hund ein neues Zuhause findet. Es kommt vor, dass mehr Hunde zu ihm in das Tierheim kommen, als er vermitteln kann.

Aleksey ist nicht nur ein echter Tierfreund, sondern auch ein unglaublich guter Gastgeber, er bringt uns Pfirsiche aus seinem Garten, holt uns Himbeeren und stellt uns eine anderthalb Liter Flasche Bier auf den Tisch. Wir fühlen uns aufgehoben und merken, dass die Hunde sich ebenfalls wohl fühlen.

Während wir am Tisch sitzen und ich mich so umschaue, begreife ich erst das Ausmaß der Selbstaufopferung, die Aleksey hier tagtäglich erbringt. Er verzichtet auf ein Auto und die nötige Renovierung seiner Wohnung, um sein Tierheim mit seinen russischen Hunden am Laufen zu halten.

In dem Moment ist uns klar: wir möchten nicht untätig diesen Ort verlassen. Leider weigert sich Aleksey jegliche finanzielle Hilfe von uns anzunehmen. Er möchte nur dass jeder russische Hund ein Zuhause bekommt.

 

Und auch ein Bericht aus dem St. Petersburger Katzentierheim von einem unserer Mitglieder:

KATZENHAUSREPORT

von Dr. Andreas Scheidmeir

„Anfang Juni hatte ich die Gelegenheit bei meinem Kurztrip nach St. Petersburg das Katzenhaus zu besichtigen.

Mein Besuch im Tierheim (Katzenhaus) von Sankt Petersburg war mehr als berührend!!!

Einfach unglaublich, wie herzlich ich aufgenommen wurde, von Mensch und Tier :-)) Ich war schwer beeindruckt, wie man sich Mühe gibt, den vielen Katzen gerecht zu werden. Ich musste zum Beispiel gleich Überschuhe anziehen, so dass ich keine Keime von der Straße einschleppe.

Die Katzen …., ach, am liebsten hätte ich sie gleich all eingepackt und mitgenommen. So lieb und zutraulich, sie haben mich ja überhaupt nicht gekannt, und trotzdem haben sie mich belagert und wollten von meinem Schoß – einige von meiner Schulter – gar nicht mehr runter.

Das Tierheim befindet sich in einem alten Fabrikgebäude, und die Zimmer für die Katzen wurden liebevoll hergerichtet. Sie sind untereinander sehr verträglich, sie sind das Zusammenleben in der Gruppe gewohnt.

Die Katzen dürfen auf den Fensterbrettern liegen, es gibt Spielsachen für sie, natürlich gibt es auch Quarantäneboxen, es wird alles Mögliche getan, um ihnen den Aufenthalt behaglich zu gestalten, wobei natürlich eine eigene Familie, ein eigenes Zuhause durch nichts zu ersetzen ist.

Die Katzen sind so liebebedürftig, es tut einem in der Seele weh, wie viele Tiere dort warten, welche zum Teil unsagbar traurige Vorgeschichten haben… „

SPENDENKALENDER 2018

Diesmal starten wir schon sehr früh unser Casting für unseren Spendenkalender 2018.

Also wer sein Russenbaby im Kalender verewigt haben möchte, kann uns bis zum 3. August Fotos schicken unter:

spendenkalender_hhr@t-online.de

Wie immer gilt:

  • Jeder der ein Foto schickt, kommt auch in den Kalender.

  • Pro Tier könnt ihr 3 Fotos schicken.

  • Bitte Namen der Fellnase und Herkunft angeben.

  • Gerne auch Themenbilder (z.B. Weihnachten, Ostern, Valentinstag, etc.)

  • Bitte noch keine Kalender-Bestellungen!

Egal ob Hund oder Katze, Blondine oder (G)rauhaar, 90-60-90 oder doch eher 0-8-15… wir freuen uns auf ganz viele tolle Fellnasen!!!

 

Spendenaufruf Bim

Unser süßer Pflegi Bim benötigt dringend zwei Operationen am Knie, sonst wird er in einem Jahr nicht mehr laufen können.

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Ein toller Verein, die Rockwerkstatt, hat mit einem Benefizkonzert bereits einen Großteil der Kosten für die erste Operation gespendet.

Für OP Nr. 1 fehlen uns jetzt noch 100€, für OP Nr. 2 sind es 500€.

Spendenstand 1. OP: 400€ von 500€

Spendenstand 2. OP: 0€ von 500€

Was meint ihr? Kriegen wir das zusammen, damit Bim bald problemlos laufen kann? Wir zählen auf euch!

Danke im Voraus!!!

 

Bitte spendet an:

Hundehilfe-Russland

Commerzbank AG

Konto Nr.: 123 542 300

BLZ: 390 400 13

IBAN: DE 11390400130123542300

BIC: COBADEFFXXX

Betreff: Bim

 

Vielen Dank für Eure Hilfe

 

Herzliche Grüße

Das Team der Hundehilfe Russland